16. September 2021

Ein Blick hinter die Kulissen: Wie ich einen Studiengang weiterentwickeln darf

Hinter dem Vorhang

Noch rumort es kräftig hinter den Kulissen der Überarbeitung des CAS-Studienganges «Fachunterricht Medien und Informatik«, während die Requisiten herumgeschoben und jene Konzepte geschrieben werden, die später einmal als fertige Studiengänge erlebt werden dürfen. Doch auch wenn noch einiges an Arbeit für unser Ressort vor uns liegt, möchte ich für dich an dieser Stelle den Vorhang etwas bei Seite ziehen und dich zu einem Blick hinter die Kulissen einladen. 

Die Arbeit im Ressort Medien und Informatik (Weiterbildung) ist derzeit besonders spannend und abwechslungsreich. Nicht nur entwickeln wir fortlaufend den Digital Campus, den wir gestern das erste Mal präsentieren dürfen, sondern arbeiten auch die ersten – an dieses System angepassten –Studiengänge aus. Heute darf ich dir deshalb einen ersten kleinen Einblick in die Entwicklung des neuen CAS-Studienganges “Fachunterricht Medien und Informatik” geben. Kurz gesagt, bauen wir also derzeit nicht nur unsere Bühne um, sondern schreiben bereits an ersten Szenerien, die auf diese Bühne passen. 

Von der Idee …

Beim CAS-Studiengang “Fachunterricht Medien und Informatik” handelt es sich aber keineswegs um eine grundlegende Neuentwicklung. Viel mehr überarbeiten wir den bereits existenten und erprobten CAS “Medien und Informatik für Lehrpersonen” für den Digital Campus. Ein Unterfangen, das für mich nicht nur besonders spannend ist, weil es sich um einen Prototyp handelt, sondern auch, weil er für mich die Ideale und Denkweisen unseres Ressorts mit den neuen und auf das Individuum ausgerichteten Prinzipien des Digital Campus vereinen soll. 

Es kommt damit also einiges an Gedanken zusammen, wenn man einem solchen Unterfangen gegenübersteht und alleine die Strukturierung stellt einen vor eine zentrale Herausforderung. Dazu kommen eine Überarbeitung und eine Anpassung auf den aktuellen Stand der Forschung und Entwicklung des Faches Medien und Informatik als Solches. Ausserdem nicht zu vergessen die Anpassung an aktuelle Bedürfnisse und Wünsche unserer künftigen Teilnehmenden.  

Ein Beispiel für die Organisations-Komponente wäre da die Vereinbarkeit des bereits bestehenden Curriculums mit dem hohen Individualisierungsgrad des Digital Campus. Wie viele Themen sollen für unsere zukünftigen Teilnehmenden – ganz unserer Philosophie eines individualisierten und modularisierten CAS entsprechend – frei wählbar sein? Welche Themen benötigen hingegen ein Obligatorium, da sie für unsere Qualitätsansprüche unumgänglich sind? 

Die aktuelle Antwort darauf ist eine geplante Mischung aus Onboarding (Obligatorium), bei dem die Teilnehmenden sich Online mit den Grundlagen auseinandersetzen können, kombiniert mit einem breiten Angebot an Inputs zu Phänomenen der Digitalisierung, die frei wählbar sein werden. 

Des Weiteren folgen auch die potenziellen Bedürfnisse der Teilnehmenden, die jedes Mal wieder aufs Neue die Frage in den Raum werfen, welche Wünsche unser Ressort, aber auch ich als Lehrperson hätten, wenn wir unseren eigenen Studiengang besuchen würden. Bestimmt, die Antworten und Ansprüche sind hier so divers, wie die “Meinungen” zu Lernenden im Lehrerzimmer in der 10 Uhr-Pause und doch sind wir uns auch hier inzwischen soweit einig.

… zum Stück

Ich persönlich möchte mit dem CAS-Studiengang “Fachunterricht Medien und Informatik“ nicht nur für das Fach und die Thematik als Solches begeistern, sondern auch aktuelle Themen der Digitalisierung in den Fokus rücken, denen gewöhnlich auf Grund von begrenztem Know-how und Zeit wenig Beachtung geschenkt werden kann. Teilnehmende, die unseren Studiengang abschliessen, sollen nicht nur über eine erweiterte Fach- und Sachkompetenz in diesem Bereich verfügen, sondern auch ihre Digital Skills individuell ausbauen und profilieren können. Sie sollen die Zeit gehabt haben, kritische Fragen zu stellen und Themen, die sie in Zuge der Digitalisierung bewegen, zu diskutieren. Sie sollen die Möglichkeit gehabt haben, ihre eigene Unterrichtshaltung und den Einsatz von Digitalen Medien im schulischen Kontext zu planen und auszufeilen, wie auch am Ende näher an der Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen zu sein, für welche Medien und Informatik mittlerweile fast schon gänzlich untrennbar mit den alltäglichen Erfahrungen verknüpft sind.  

Der neue CAS-Studiengang wendet sich damit an Lehrpersonen, die sich in das Fach Medien und Informatik einarbeiten, oder es aber basierend auf ihren bereits bestehenden Fähigkeiten vertiefen wollen. Er soll Zeit und Raum bieten, sich über den weitgefächerten und fächerübergreifenden Einsatz von Medien im Unterricht, die Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen, sowie nicht zuletzt über die neuesten Geschehnisse und Errungenschaften in der Medien- und Informatik-Welt auszutauschen. Eine Lehrperson soll sich damit beim Abschluss des Studienganges sprichwörtlich am Zahn der Zeit befinden und mit allerhand neuen Kompetenzen, Unterrichtsideen und neuem Wissen gewappnet in den Unterrichtsalltag stürzen können. 

Die Digitalisierung steht nicht still und eben diesem stetigen Fortschreiten möchten auch wir stets gerecht werden. Deshalb heisst es für mich und mein Ressort nicht nur Dranbleiben, sondern auch Erproben, Erforschen, Austauschen und Feilen. Und sind wir dann erstmal fertig und der Vorhang hebt sich zur Gänze, heisst es dann:  

«Ladies und Gentlemen! Wir heissen Sie herzlich zu unserem neusten Stück willkommen!»

Gerne halte ich euch also weiterhin auf dem Laufenden! 

Vermerk zum Edit 29.03.2022: Der Namen des Studienganges wechselt von «Fachlehrperson Medien und Informatik» zu «Fachunterricht Medien und Informatik».

Das Bild zeigt eine Illustration als Schmuck des Artikels.
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